Mehr als 280 Zeichen
17.11.2018

Mehr als 280 Zeichen

4. NRW-Demokratietag in der Europaschule in Bornheim

Im Eingang der Europaschule hängt ein Aushang. Darauf sind die Werte der Schule in vornehmen Buchstaben aufgeschrieben. Da steht zum Beispiel etwas von gemeinsamer Verantwortung, also so etwas wie Demokratie. Darum ging es beim 4. landesweiten NRW-Demokratietag.

Voll war es: Zu Gast bei der Podiumsdiskussion am Demokratietag in Bornheim. Foto: we

Dabei gab es Schüler-Diskussionen mit selbst gestellten Themen, die die Demokratie zum Inhalt hatten. Schul-Ministerin Yvonne Gebauer gab sich die Ehre. Gefragt aber waren vor allem die Schülerinnen und Schüler, denen noch einmal vor Augen geführt werden sollte, dass Demokratie keine Feierabendveranstaltung älterer Herrschaften ist. Sondern, dass Demokratie eine Lebenseinstellung ist. Für die es sich zu kämpfen lohnt, weil sie Freiheit und Selbstbestimmung verspricht.
In Barcamps wurden die Themen vertieft. Ein Barcamp ist eine Ad-hoc-Tagungsrunde zu bestimmten Themen. Sinn ist es, den Einzelnen zum Nachdenken und zum Reden zu bringen. Damit er motiviert wird, das jeweilige Thema zu reflektieren.
Die Veranstaltung trug den Titel „Mehr als 280 Zeichen“ und hob somit ab auf die Verarmung der Sprache und der Kommunikation, wenn man Twitter mit seiner begrenzten Zeichenzahl auf dem Smartphone als einziges Medium der Verständigung mit anderen nutzt.
Demokratie ist nie weit weg vom Einzelnen. Das wurde den Schülern spätestens bewusst, als ein Podiumsexperte über Cybersicherheit sprach. „Demokratie heißt auch, sich zu schützen“ meinte er. Nicht jeder sollte mit jedem ohne Sicherheitsmaßnahmen im virtuellen Raum persönlichste Nachrichten austauschen. Weil solche Nachrichten auch von Leuten gelesen werden können, die es überhaupt nichts angeht, was ich mitteilen will. Die Privatsphäre im virtuellen digitalen Raum: Ein weites Feld, das sicher nicht zu Ende diskutiert, aber den Schülern und Schülerinnen zumindest ins Bewusstsein gerückt wurde.
Im Laufe der Veranstaltung wurde wohl jedem klar, dass Demokratie mehr ist als ein langweiliges Schulfach. Einige Interessengruppen wie das Bonner Gustav-Sresemann-Institut nutzten den Tag, um über eigene Aktivitäten zu informieren. Das Bonner Institut steht vehement für Europa und demokratische Formen des Zusammenlebens ein.
Christoph Schlangenhof ist einer der Organisatoren der Veranstaltung. Er ist Vorsitzender der ‚Deutschen Gesellschaft für Demokratiepädagogik‘. Gemeinsam mit dem ‚Förderprogramm Demokratisches Handeln‘ und dem Ministerium für Schule und Bildung des Landes NRW veranstaltete er den Tag. Dabei kam erneut heraus, dass Demokratie weder Selbstzweck, noch einfach zu leben ist. Bedeutet sie doch auch, andere Meinungen zu akzeptieren und Toleranz zu üben. Selbst wenn andere anders denken und handeln als man selbst. „Wir bieten hier den Schülern und Schülerinnen ein Forum, bei dem sie sich austauschen und ihre Gedanken entwickeln können“, sagt Christoph Schlangenhof sinngemäß. „Wir sind Demokratie.“ Alle zwei Jahre wird der Tag der Demokratie angeboten. Wichtig und sinnvoll auch für die Europaschule in Bornheim: Damit die Werte der Schule nicht nur am Eingang hängen, sondern auch im realen Sein gelebt werden. Seit 1989 besteht die Europaschule Bornheim als Gesamtschule mit beiden Sekundarstufen. Man kann hier je nach Leistung vom Hauptschulabschluss über die Fachoberschul- und die Fachhochschulreife bis zum Abitur einen Schulabschluss erwerben. Die Schule hat mehr als 1.500 Schüler und fühlt sich demokratischen und sozialen Werten besonders verpflichtet. Der Titel „Europaschule“ beinhaltet etwa auch den regen Austausch mit anderen europäischen Schulen und das Bekenntnis zu paneuropäischen Zielen.

Schaufenster vom 14.11.2018

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