Migranten aus Bornheim erzählen ihre Geschichte
22.05.2019

Migranten aus Bornheim erzählen ihre Geschichte

Gemeinsam mit Schülern, Lehrern und Schulleitung eröffnen Mouna Salahié und Joachim Jung vom Caritasverbands Rhein-Sieg (rechts und links des Ausstellungsplakats) die Schau. Foto: Stefan Hermes

Alles in allem 117 Nationen machen das Miteinander im Bornheimer Stadtgebiet aus. Was die Geflüchteten unter ihnen erlebt haben, zeichnet die Ausstellung „Starke Menschen“ in der Europaschule nach.

 „Geschichte kann man nur über Geschichten erzählen“, fasst Esther Stienen ihre Sicht auf die Ausstellung „Starke Menschen“ zusammen, die in der Oase der Europaschule zu sehen ist. Die Lehrerin für Sozialwissenschaften ist ebenso wie ihr Kollege, Geschichtslehrer Matthias Schlösser, und Schulleiter Eike Brandt davon überzeugt, dass es wichtig ist, das Thema Flüchtlinge und Migration präsent zu halten.

Die Ausstellung mit Fotos und Lebensgeschichten von zehn in Bornheim lebenden Menschen mit Migrationshintergrund war bereits im Rathaus der Stadt zu besichtigen, wo Bürgermeister Wolfgang Henseler den Bezug zu Bornheim mit konkreten Zahlen herstellte: „Aktuell haben hier 4864 Bürger aus insgesamt 117 Nationen ihren Lebensmittelpunkt. Das sind fast zehn Prozent der Gesamtbevölkerung von knapp 50 000 Menschen in unserer Stadt.“ Es sei gut, über die ausgestellten Bilder einen konkreten Bezug zu den von Engelbert Reineke fotografierten Menschen herzustellen, denen man in Bornheim begegnen könne, sagte Stienen.


Schau läuft noch bis zum 29. Mai

Die Ausstellung konzipiert hat der Caritas Fachdienst für Integration und Migration. Für ihn engagiert sich Mouna Salahié als interkulturelle Ansprechpartnerin für Eltern der Europaschule. Sie ist eine derjenigen, die ihre Fluchtgeschichte und -motivation öffentlich macht und lässt sich mit den Worten zitieren: „Mein Leben ist geprägt vom Leben in gegensätzlichen Welten, mit zwei Kulturen, Sprachen und Gefühlswelten. (…) Ich habe das Beste aus beiden Welten zusammengefügt. Meine Familie und ich haben unser glückliches Leben in Aleppo 2012 wegen des Krieges in Syrien aufgeben müssen.“

Die Ausstellung passe mit ihrer Aussage sehr gut zur Europaschule, ist deren Didaktische Leiterin, Heike Zerfowski überzeugt. „Jeder Mensch ist einzigartig. So gucken wir auch hier in unserer Schule auf das Positive im Menschen, das wir fördern möchten.“ Oberstufenschülerin Nora Schaaf (17) gefällt, dass die Lebensgeschichten aller Protagonisten positiv sind und diese sich in Deutschland sehr sicher fühlen. Joachim Jung, der für die Caritas in Bornheim als Flüchtlingssozialarbeiter täglich mit den Themen Integration und Migration konfrontiert ist, bedauert, dass das Thema Flüchtlinge aus den Medien verschwunden ist. „Das vermittelt den falschen Eindruck, alles sei gut“, so Jung. „Wir haben in Bornheim noch rund 200 laufende Verfahren und etwa 100 Geduldete“, das sei bei einer Gesamtzahl von 800 Flüchtlingen eine beachtliche Größe.

Die Ausstellung ist noch bis 29. Mai täglich zu den Schulöffnungszeiten in der Europaschule, Goethestraße 1, zu sehen.

Stefan Hermes, www.general-anzeiger-bonn.de

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